
| Inline Skater an Olympia |
| Mittwoch, 03. Februar 2010 um 17:14 Uhr | |
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Obwohl Schneider nicht sämtliche Selektionskriterien erfüllt hatte -- er verpasste im Weltcup eine Top-16-Klassierung --, war seine Nomination nichts als logisch. Er steigerte sich im Verlauf der Saison von Wettkampf zu Wettkampf und unterbot zuletzt in Salt Lake City die von Swiss Olympic geforderte Zeit von 6:35 Minuten um 4,81 Sekunden. Dass es ihm am Anfang nicht wunschgemäss lief, ist erklärbar. Bei den Weltcup-Events in Berlin und Heerenveen versuchte er eine neue Lauftechnik, bei der er auf der Geraden nicht einen Fuss vor den anderen setzte, sondern mit Bewegungen aus der Hüfte den Schwung halten wollte. "Das hat keinen Sinn gemacht, war schlecht für ihn", sagt David Grossenbacher, Chef der Kommission Speed beim Schweizer Eislauf-Verband. Um die Olympischen Spiele nicht zu gefährden, griff Schneider danach auf die herkömmliche Technik zurück, was sich auszahlte. Sein Potenzial ist unbestritten: An der letztjährigen Einzelstrecken-WM, die an der gleichen Stätte wie die Olympischen Spiele ausgetragen wurde, belegte er über 5000 m Rang 12. Sein Schweizer Rekord über diese Distanz beträgt 6:21,69, gelaufen im November 2007. Grossenbacher: "Seine körperlichen Voraussetzungen sind so, wie sie sich jeder wünscht. Ich bin überzeugt von seinen Qualitäten." Schneider, 2,03 m gross und 100 kg schwer, blickt auf einen kometenhaften Aufstieg im Eisschnelllauf zurück. Als einer der besten Inline-Skater der Welt -- er hält den Weltrekord im Marathon, den er 2003 beim Gewinn der EM-Goldmedaille aufgestellt hatte -- versuchte er sich 2005 erstmals auf dem Eis. Die olympischen Disziplinen läuft er erst seit der Saison 2007/2008, wobei er bei seiner ersten WM-Teilnahme über 10 000 m als Neunter gleich den Sprung in die Top 10 schaffte. Nachdem er anfänglich in Holland trainiert hatte, wohnt er seit April in Boston. Betreut wird er von Bob Cooley, der eine spezielle Stretching-Technik entwickelt hat, um den Körper richtig "zu tunen" (Schneider). Was sind seine Ziele für Vancouver? "Ich will frei sein von allem Druck und ein gutes Rennen auf die Eisbahn zu zaubern." Bei den Männern sind die Favoritenrollen mit Ausnahme des 500-m-Rennens klar verteilt. In den Disziplinen 1000 und 1500 m führt der Titel über den Amerikaner Shani Davis, der 2006 über 1000 m als erster farbiger Athlet an Olympischen Winterspielen eine Goldmedaille gewonnen hat. Davis entschied auf diesen beiden Strecken acht von neun Weltcup-Rennen für sich. Gar bei vier Starts ungeschlagen ist der Holländer Sven Kramer über 5000 und 10 000 m. Der zwölffache Weltmeister will erstmals das oberste Olympia-Podest besteigen. Auch bei den Frauen gibt es zwei klare Favoritinnen: die Deutsche Jenny Wolf über 500 m und die Kanadierin Christine Nesbitt über 1000 m. Gespannt sein darf man auf den Auftritt der Deutschen Anni Friesinger-Postma, die auf schwere Monate zurückblickt. Quelle: Bluewin |